Ein interdisziplinäres Konzertprojekt an der Schnittstelle von Literatur und zeitgenössischer Musik. Ausgehend von Texten von Franz Kafka entstehen musikalische, szenische und klangliche Räume, die zentrale Erfahrungen der Gegenwart verhandeln: Unsichtbare Macht, Warten, Selbstkontrolle und die Fragilität individueller Handlungsspielräume.
Kafkas Texte wirken heute wie eine präzise Beschreibung unserer Gegenwart: Systeme entscheiden ohne Gesicht, Zugang ist formal offen und praktisch begrenzt, und Kontrolle wird zunehmend internalisiert.
‚Jetzt nicht‘ übersetzt diese Dynamiken in eine künstlerische Erfahrung und schafft einen Raum, in dem gesellschaftliche Strukturen nicht erklärt, sondern sinnlich erfahrbar werden.
Das Projekt versteht Kafkas Texte als Resonanzraum für heutige gesellschaftliche Zustände. Im Zentrum stehen Auszüge aus „Vor dem Gesetz“, „Der Prozess“ und „Die Verwandlung“, die fragmentiert mit zeitgenössischer Musik, Sprache und Bewegung verschränkt werden.
Die musikalische Ebene arbeitet mit erweiterten Spieltechniken, Geräuschklängen und reduzierten Strukturen. Klang wird als eigenständige Form des Denkens verstanden. Text erscheint fragmentiert, als Wiederholung oder als flüchtiger Gedanke – gesprochen, geflüstert, elektronisch verarbeitet. Die Grenzen zwischen Musiker:innen und Sprecher:innen sind bewusst durchlässig gestaltet.
UA Nava Hemyari, Caroline Profanter, Hannes Hölzl, Hannes Kerschbaumer,
Sprecher*in – NN
Carolin Ralser – Flöten & Konzept
Massimiliano Girardi – Saxophone
Maria Mogas Gensana – Akkordeon
Philipp Lamprecht – Perkussion
Hannes Brugger – Klangregie
*Koproduktion mit ensemble chromoson & Alpen Classica Festival (Premiere 7. Oktober 2026 in Südtirol)
