Freitag, 9. Oktober 2026 – 19.30h
Stadtpfarrkirche St. Erhard
Die gefallenen Engel des Doctor Faustus

Ensemble astrophil & stella
Charlotte Nachtsheim, Sopran
Cyril Escoffier, Tenor
Giovanna Baviera, Mezzosopran und Viola da Gamba
Vincent Kibildis, gotische Harfen, Rezitation, Konzept 
Johanna Bartz, Renaissancetraversflöten, Rezitation, Konzept

UA Matthias Leboucher

Georg Faust ist müde vom ewigen Studieren, von Theologie und Gelehrsamkeit. Aber vor allem davon, dass alle Mühen umsonst bleiben und ihn desillusioniert dort zurücklassen, wo er angefangen hat, nur um die Einsicht reicher, dass Gelehrtheit und Kunst ihm weder Macht noch Ansehen gebracht haben. Auf der Suche nach der wahren Erkenntnis stösst er bald auf die Mächte der Hölle, die ihn zu einem verlockenden Bund verführen… Die historische Figur des Alchimisten, Astronomen und Universalgelehrten Doktor Faustus inspirierte schon seine Zeitgenossen im 16. Jahrhundert zu wilden Spekulationen über dessen Bund mit dem Bösen. In der Zeit der Renaissance wurden zahlreiche Grimoires und Höllenzwänge, Bücher mit Zaubersprüchen zum Gefügigmachen von Dämonen, gedruckt, von denen einige angeblich von Faust selbst verfasst worden sind. In frühen Formen des Fauststoffes wird über dessen Pakt mit den gestürzten Engeln Luzifer und Mephistopheles in Wittenberg berichtet. In einem kammerspielhaften Konzert mit Rezitationen gehen wir Fausts Grenzgängen zwischen Himmel und Hölle, Engel und Dämonen, Menschlichem und Unmenschlichem nach. Wir tauchen mit dem Publikum in die Welt des Glaubens und Aberglaubens im 16. Jahrhunderts ein, die von Gottesfurcht als auch vom Drang nach der Erkundung des Unerklärlichen, der Unterwelt und des Mystischen durchdrungen ist. 

Musik der Renaissance von Paul Hofhaymer, Balthasar Resinarius, Ludwig Senfl u.a., UA von Matthias Leboucher

Textrezitationen aus historischen Höllenzwängen und Johann Spiess‘ „Historia von D. Johann Fausten“ (1587)